Warum möchte ich abnehmen?

Solange ich mich erinnern kann, war ich übergewichtig. Meine ganze Kind- und Schulzeit hindurch musste ich mir dämliche Sprüche anhören, wurde gemobbt und hatte kaum Freunde. Erst mit 16 kam die Wende. Ich begann abzunehmen. Innerhalb eines Jahres verlor ich 18 Kilo - von 83 kg auf 65 kg! Ich war total stolz. :-)

3 Jahre lang war ich damit relativ zufrieden, aber dann fühlte ich mich wieder total unwohl, erst recht im Sommer. Eine Bikini-Figur sieht nämlich anders aus. Auch war da die Angst, dass ich doch wieder zunehme und meine Klamotten sprenge. :-( Ich bekomme auch heute noch die Krise, wenn ich von einem Tag auf den anderen (ja, ich wiege mich täglich) ein paar Gramm mehr drauf habe. Ich wünschte mir quasi eine "Pufferzone", noch ein paar Kilos weniger, damit sich ein paar Gewichtsschwankungen nicht gleich an meinen Hosen bemerkbar machten. Ich wollte also abnehmen. Dennoch wusste ich nicht genau, woran es lag, dass sich an meinem Gewicht einfach nichts ändern wollte. Ich ernährte mich gesund - zumindest glaubte ich das.

Durch Zufall bin ich plötzlich auf das Thema Magersucht und "pro ana" gestoßen. Trotz aller Warnungen - die Neugier war größer und ich verbrachte STUNDEN damit, im Internet zu surfen und mich auf entsprechenden Homepages rumzutreiben. Ich errechnete meinen täglichen Kalorien-Bedarf, fing an alles aufzuschreiben und alles genau zu kontrollieren, was ich aß, machte mehr Sport. So hab ich innerhalb von 2 Monaten nochmal 5 Kilo abgenommen.

Dann kam die Krise. Durch zwei plötzliche Schicksalsschläge in meiner Familie bin ich in ein regelrechtes Loch gefallen, habe den Boden unter den Füßen verloren. Das letzte halbe Jahr war die Hölle! Ich leide sowieso jedes Jahr zu dieser Zeit an Depressionen, schaffe es kaum, mich aufzuraffen. Selbst das Essen fällt mir schwer. Ich breche fast jeden Tag zusammen und heule wegen jedem Mist... Ständig fragte ich mich, wozu das Leben gut sein soll, was es für einen Sinn machte, sich hier abzuquälen? Wir sterben doch sowieso alle und das, was man erreicht hat, nützt einem dann auch nichts mehr... Das Grübeln darüber hat mich wahnsinnig gemacht! Es war, als würde ich niemals wieder fröhlich werden. Ich schäme mich dafür, denn niemand schert sich um meine Probleme und niemand nimmt mich ernst.

In dieser schweren Zeit, habe ich es teilweise übertrieben mit dem Kalorienzählen, aber es war mein einziger Halt. Jetzt aber, geht es mir wesentlich besser! Ich habe diese Gedanken beiseite geschoben, habe wieder ein Ziel (oder besser gesagt ZIELE) vor Augen und fühle mich, als könnte ich Bäume ausreißen! Aber das ist auch jedes Jahr im Frühling so. ;-)

 

Ich habe mich dazu entschlossen jetzt nochmal auf gesunde Art und Weise abzunehmen. Nur noch ein paar Kilos zu meinem Wunschgewicht, nur noch ein paar Kilos bis mir die 54 entgegen strahlt! Das schaffe ich, da bin ich sicher! :-)